Leitbild

Dissens – Pädagogik und Kunst im Kontext e. V. ist ein gemeinnütziger, freier Träger, der ambulante Hilfen zur Erziehung mit dem besonderen Fokus auf geschlechterreflektierende Sichtweisen anbietet, unter Einbindung von partizipatorischen Kunstprojekten im Bereich der kulturellen Bildungsarbeit.

Das Team besteht aus qualifizierten Pädagog_innen und Psycholog_innen, zum Teil mit Zusatzausbildungen im Bereich Gender Studies, Systemische Beratung oder Gestaltende Künste. Unser Kompetenzpool ist fachlich gesichert, bei gleichzeitig großem Eigeninteresse der Kolleg_innen an inhaltlicher Auseinandersetzung mit Geschlechterpotenzialen sowie an Kunst in der pädagogischen Arbeit.

Unsere Haltung ist geprägt von einem humanistischen Weltbild, in dem wir uns konsequent gegen jegliche Vorurteile gegenüber Einzelnen oder gesellschaftlichen Gruppen aussprechen, die auf rassistischen, geschlechterorientierten, religiösen oder anderen Formen der Diskriminierung beruhen.

Unsere Vision ist die Einheit in der Vielfalt durch selbstbestimmte, respektvolle und divergierende Lebensentwürfe zur herrschenden Norm.

Unser Auftrag ist die individuelle Förderung der Klient_innen als Hilfe zur Selbsthilfe durch vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir entwickeln gemeinsam Perspektiven, um Probleme und Herausforderungen des Lebens in Eigenverantwortung zu meistern.

Wir respektieren die Persönlichkeit und die Privatsphäre der von uns betreuten Menschen und setzen uns auf professioneller Ebene für emotional und sozial geschützte Räume zur Mobilisierung eigener Ressourcen ein. Die Förderung der Geschlechterdemokratie prägt den internen Umgang der Kolleg_innen und der Geschäftsführung wie auch den Umgang mit unseren Klient_innen und deren Familien.

Die Methoden: Neben dem systemischen Ansatz beziehen wir bewusst geschlechterreflektierende Themen sowie Kunst als Medium für die Ressourcenaktivierung und den Selbstausdruck in die Bildungsarbeit ein. Auf der pädagogisch-professionellen Ebene der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Sozialen Gruppenarbeit mit Jungen werden neben altersspezifischen (Lebens-)Themen auch bestehende und vorherrschende Geschlechterbilder in den Kinder-, Jugend- und Erwachsenenwelten pädagogisch aufgearbeitet. Dies führt zur Entlastung von stereotypen Geschlechtsanforderungen.

Wir begreifen uns als Teil eines Netzwerks von demokratisch Gleichgesinnten sowie Kunstschaffenden mit dem Ziel, mit verschiedensten Kunstprojekten, wie Siebdruck-Werkstatt, Film-Projekt mit Schwerpunkt Inklusion, Ideenschmiede – Redaktionssitzungen für Kinder und Jugendliche, den Sozialraum gemeinsam mit den Klient_innen zu gestalten und zu verändern.

Durch kommunale Gremienarbeit, Mitgliedschaften in der BAG für Jungen sowie die Kooperation mit Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. kommunizieren wir horizontal und vertikal mit anderen Einrichtungen, um unsere pädagogischen Anliegen aktiv in lebensraumweltliche sowie politische Bezüge einzubringen. Wir befinden uns in einem kontinuierlich diskursiven Reflexionsprozess über Geschlechterbezüge und ihre Auswirkungen auf Heranwachsende.

Das Angebot: Wir werden im Rahmen der Hilfen zur Erziehung (HzE-Bereich) gemäß folgender Paragrafen von den Jugendämtern eingesetzt: § 29 SGB VIII (Soziale Gruppe), § 30 SGB VIII (Erziehungsbeistand), § 31 SGB VIII (Sozialpädagogische Familienhilfe), § 35a (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche).

Wir führen themenspezifische Workshops unter dem Motto „Ich kann auch anders“ durch: „Soziales Kompetenztraining für Jungen – Ab in den Wald!“ sowie „Sexuelle Orientierung – gegen diskriminierende Formen von Sexismus“ und „Neue Wege für Jungen“ – eine Berufsfeldorientierung für Schüler.

Als Anlaufstelle bieten wir – unter Wahrung der Anonymität – Information und Beratung bei häuslicher Gewalt zwischen Erwachsenen in Lebensgemeinschaften mit Kindern an.

Unsere Vertragspartner sind bezirkliche und außerbezirkliche Jugendämter, der Berliner Projektfonds „Kulturelle Bildung“ sowie Berliner Schulen.